Zeckenenzephalitis 15.07.2020
Übertragung durch Nahrungsmittel möglich

Die Zeckenenzephalitis oder FSME ist eine durch Flaviviren hervorgerufene Infektionskrankheit. Das FSME-Virus (Tick Borne Encephalitis Virus, TBEV) wird normalerweise durch den Biss einer infizierten Zecke übertragen. Von dieser Zoonose sind auch Nutztiere (Rinder, Ziegen, Schafe) und Hunde betroffen, wobei die meisten bei einer Infektion keine Symptome zeigen. Selten kann das Virus auch über den Konsum von nicht pasteurisierter Milch und Rohmilchprodukten von infizierten Ziegen, Schafen oder Kühen übertragen werden. In Milch und Butter kann das Virus bis zu zwei Monaten aktiv bleiben.
 
In Frankreich sind im Département Ain von April bis Mai 2020 in Zusammenhang mit dem Konsum von Ziegenkäse aus Rohmilch 44 Enzephalitis-Fälle registriert worden. Laut der französischen Gesundheitsbehörde ist dies das erste Mal, dass eine solche Häufung von Zeckenenzephalitis in Zusammenhang mit dem Konsum von Rohmilchprodukten aufgetreten ist. Die lokalen Behörden haben den Nachweis von FSME-Viren in Ziegenkäse bestätigt, und der Zusammenhang mit virentragenden Zecken auf den Weiden, wo sich die Tierherden befinden, ist wahrscheinlich. Als Sofortmassnahme wird die Milch nun vor der Weiterverarbeitung pasteurisiert.
 
Quelle:
Santé Publique France, Foyer de cas d’encéphalite à tiques liés à la consommation de fromage de chèvre au lait cru dans l’Ain, 06/2020
 
Link:
BLV, Frühsommer-Meningoencephalitis FSME beim Tier und beim Menschen