Prostaglandin-Analoga 07.09.2020
Augentropfen führen zu ästhetischen Veränderungen

Augentropfen mit Prostaglandin F2 alpha-Analoga sind bei Weitwinkel-Glaukom oder okulärer Hypertension indiziert. In der Schweiz sind folgende Wirkstoffe im Handel: Bimatoprost, Latanoprost, Tafluprost und Travoprost. Sie werden allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen (z.B. Timolol) zur Senkung des Augeninnendrucks eingesetzt.

Prostaglandin-Analoga führen zu einer Dunkelfärbung von Iris und Augenlidern. Einige dieser Veränderungen können dauerhaft sein und Unterschiede im Aussehen der Augen verursachen, wenn nur ein Auge behandelt wird. Auch bei den Wimpern kommt es allmählich zu Veränderungen. Die Pigmentierung der Iris verändert sich langsam und kann über mehrere Monate nicht sichtbar sein. Die im Allgemeinen irreversible Farbveränderung ist auf eine Erhöhung des Melaningehalts der Melanozyten im Irisstroma zurückzuführen. Dies wird hauptsächlich bei Patienten mit gemischter Irisfarbe beobachtet, z.B. blau-, grau-, gelb- und grün-braun. Die Farbveränderung der Iris tritt in der Regel im ersten Behandlungsjahr auf.

Bei den Wimpern kommt es durch die Augentropfen vor allem zu einer Zunahme der Länge, Dicke und/oder Anzahl oder auch Pigmentierung und abweichender Wachstumsrichtung. Die Veränderungen an den Wimpern sind nach Therapieende reversibel. Dies gilt auch für die Pigmentierung von periorbitalem Gewebe.
Um das Risiko einer Dunkelfärbung der Augenlider zu vermeiden, sollen Patienten die Anwendungshinweise genau befolgen (nur ein Tropfen) und überschüssige Lösung von der Haut abwischen.

Quellen:
Fachinformationen Lumigan, Xalatan
Le Moniteur des pharmacies, 3261/2019, cahier formation Le glaucome à angle ouvert